Deutsche und Dänen in der Grenzregion -
warum schießen sie nicht aufeinander?
... weil sie sich bewusst für den Frieden entschieden haben?

Ja, so ungefähr könnte man das sagen. Wie die Minderheiten entstanden sind, könnt ihr im folgenden Text lesen.

Vom Zusammenstoß zur Zusammenarbeit

Die Region Sønderjylland-Schleswig besteht aus Syddanmark nördlich der Grenze und den Kreisen Nordfriesland, Schleswig-Flensburg sowie Stadt Flensburg südlich der Grenze. Es ist ungefähr das gleiche Gebiet wie das frühere dänische Herzogtum Schleswig, das zwischen der Königsau im Norden und der Eider im Süden lag.

Im Herzogtum Schleswig wohnten schon immer Deutsche, Dänen und Friesen Seite an Seite. Im 19. Jahrhundert entstanden jedoch in vielen Bereichen Europas nationale Konflikte. Sowohl der Deutsche Bund mit Holstein als auch das Königreich Dänemark erhoben Anspruch auf das Herzogtum Schleswig, was zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Nach dem Krieg 1864 wurde die Königsau Grenze zwischen Dänemark und Deutschland. Aber nach dem Ersten Weltkrieg kam es 1920 zur Volksabstimmung. Das Herzogtum wurde geteilt und die jetzige Grenze festgelegt. Seit dieser Zeit gibt es eine deutsche Minderheit nördlich und eine dänische Minderheit südlich der Grenze.

Nach den bitteren Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs gab es viele Deutsche und Dänen, die sich eine Lösung der Konflikte auf friedlichem Wege wünschten. Ein wichtiger Schritt waren die Bonn-Kopenhagener Erklärungen von 1955, in denen die Rechte der Minderheiten festgeschrieben wurden. Im Laufe der Jahre entwickelte sich zwischen Dänen und Deutschen in der Grenzregion auf vielen Gebieten eine gute Zusammenarbeit, die 1997 zur Gründung der Region Sønderjylland-Schleswig führte. Auch wenn die Gegensätze nicht verschwunden sind, betrachtet man die deutsch-dänische Grenze oft als vorbildliches Beispiel für die Lösung nationaler Konflikte.