Während der Jahrzehnte nach 1920 gab es in der Region nur
wenige Kontakte über die neue deutsch-dänische Grenze hinweg - in erster Linie
zwischen Dänen in Dänemark und der dänischen Minderheit südlich der Grenze,
und entsprechend zwischen Deutschen in Deutschland und der deutschen Minderheit
in Sønderjylland. Die Ausnahme bildete eine Kooperation bezüglich der eigentlichen
Grenze im Rahmen eines deutsch-dänischen Vertrages über die Lösung von praktischen
Problemen, der 1922 unterzeichnet wurde. Es wurde eine gemeinsame Kommission
eingesetzt, deren Aufgabe die Aufsicht über Wasserläufe entlang der Grenze war.
Die übrigen Kontakte waren recht begrenzt.
Es konnte also nicht von einer gemeinsamen Region gesprochen werden - die Reste
eines regionalen Bewusstseins oder einer regionalen Identität verschwanden.
Gleichzeitig entwickelte sich ein starker nationaler Gegensatz zwischen "dänisch"
und "deutsch" . Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in
Deutschland verschlechterten sich die Verhältnisse noch mehr. "Dänisch"
und "deutsch" wurden zu kulturellen und politischen Gegenpolen, und
eine Kooperation über politische und nationale Trennlinien hinweg war undenkbar.
Als Deutschland 1940-45 Dänemark besetzte, kam es zum absoluten Bruch zwischen
den beiden Kulturen.