Im
November 1863 beschloss Dänemark eine neue Verfassung, die das gesamte Schleswig
umfasste. Dies war ein Bruch der Friedensbestimmungen nach dem ersten schleswigschen
Krieg - und führte zum zweiten schleswigschen Krieg 1864. Diesmal war es ein
internationaler Krieg, der von Preußen und Österreich gewonnen wurde. Aufgrund
der Niederlage musste Dänemark auf die Herzogtümer verzichten, die 1867 als
Provinz Schleswig-Holstein in Preußen eingegliedert wurden. Als Folge der Eingliederung
gelangte eine große, dänischsprachige Bevölkerungsgruppe von nahezu 200 000
Menschen nun unter deutsche Herrschaft, und die Region insgesamt wurde Teil
der preußischen Provinz. Zur gleichen Zeit fingen die dänisch sprechenden Schleswiger
an, sich als Dänen zu betrachten. Das regionale Bewusstsein war aufgrund des
nationalen Konfliktes zerstört und wurde durch nationale Trennlinien ersetzt.