Nationale Bewegungen - der erste schleswigsche Krieg

In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu deutsch-dänischen Kriegen innerhalb des dänischen Gesamtstaates. In beiden Kriegen drehte es sich um die Frage staatlichen der Zugehörigkeit der Region. Der Ausgangspunkt war die Entstehung von zwei nationalen, demokratischen Bewegungen in Dänemark bzw. Deutschland. Beide strebten eine konstitutionelle Regierungsform an - eine Verfassung und die Mitbestimmung der Bürger. In dieser Hinsicht waren die Forderungen der Bewegungen gleich. Aber es gab auch klare Streitfragen in Bezug auf Sønderjylland - Schleswig: Die dänische nationale Bewegung hatte ein vereintes Dänemark einschließlich des gesamten Schleswig bis zur Eider zum Ziel, während die deutsch/schleswig-holsteinische Bewegung einen deutsch/schleswig-holsteinischen Staat einschließlich Schleswig anstrebte. Deshalb kam es zum Krieg. Der erste schleswigsche Krieg, im Dänischen auch Dreijähriger Krieg genannt, dauerte von 1848 bis 1850. Ausgangspunkt war ein Bürgerkrieg (aus deutscher Sicht traditionell als Erhebung, aus dänischer als Aufstand bezeichnet), anfangs mit deutscher Bundesintervention. Er endete nach internationaler Vermittlung. Obwohl Dänemark damit den ersten schleswigschen Krieg gewann, wurde die Situation auf die Ausgangslage zurückgeführt: Die dänische Regierung gab Preußen und Österreich die Zusage, dass die dänische Verfassung nicht für Schleswig (Sønderjylland) gelten durfte. Schleswig (Sønderjylland) sollte nicht näher an Dänemark gebunden sein als Holstein. Die dänische Regierung vollzog die Trennung von Schleswig und Holstein und verschärfte die Sprachpolitik. Man schätzt, dass es in Schleswig damals ca. 170.000 Dänischsprachige und ca. 140.000 Deutschsprachige gab sowie 30.000 Friesen.