Lehrerhinweise

"Die Grenze liegt fest", aber es sind deutliche Veränderungen zu erkennen. Es gibt Unterschiede zwischen den Gebieten nördlich und südlich der Grenze, aber es gibt auch viele Ähnlichkeiten. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit lässt die Grenze zu einer Brücke werden. Es ist wichtig, dass Schülerinnen und Schüler sich dieser Entwicklung bewusst werden.
Es ist nötig, dass die Schülerinnen und Schüler dies auch in der Praxis erleben, indem sie außerhalb der Schule Informationen sammeln und die Ergebnisse ihrer Erfahrungen miteinander diskutieren.
Grænsemuseet, ein Museum, das über die Bedeutung der Grenze in früheren Zeiten informiert, liegt auf der deutsch-dänischen Grenze zwischen Sæd und Böglum südlich von Tondern. Auskunft gibt Tønder Turistkontor.

 

Lösung

Die Teilung Schleswigs
Als Dänemark 1864 den Krieg gegen Preußen und Österreich verlor, wurde Schleswig eine preußische Provinz und später Teil des deutschen Kaiserreiches. Die Bevölkerung im südlichen Teil Schleswigs war überwiegend deutsch, der größte Teil Nordschleswigs dagegen dänisch. Während des Ersten Weltkriegs 1914 - 18 mussten dänische und deutsche Schleswiger im deutschen Heer als Soldaten dienen. Als Deutschland den Krieg verlor, wurde im Friedensvertrag festgelegt, dass eine Volksabstimmung in Schleswig stattfinden sollte, so dass die Bevölkerung selbst entscheiden konnte, ob sie zu Dänemark oder zu Deutschland gehören wollte.
Die Abstimmung erfolgte in zwei Zonen, von denen die erste Nordschleswig umfasste. Am 10. Februar stimmten hier 75 % für die Vereinigung mit Dänemark, während 25 % bei Deutschland bleiben wollten. Aber es gab örtliche Unterschiede, z.B. eine klare deutsche Mehrheit in Tondern, Apenrade und Sonderburg sowie in einigen Gemeinden im südlichen Teil der Abstimmungszone.
Die zweite Zone umfasste den Bereich von der Flensburger Förde bis zur Westküste sowie die Inseln Sylt, Amrum und Föhr. Hier entschieden sich 80 % für den Verbleib bei Deutschland, während sich 20 % eine Vereinigung mit Dänemark wünschten.
Das Ergebnis war eine Teilung des historischen Gebietes Schleswig und die Festlegung der heutigen Grenze. Aber ein Teil der Bevölkerung nördlich der Grenze hatte deutsch gestimmt, und südlich der Grenze gab es Menschen, die dänisch gestimmt hatten. Auf diese Weise entstanden eine deutsche Minderheit in Nordschleswig und eine dänische Minderheit in Südschleswig.
Trotz späterer Versuche einer Änderung besteht die Grenze, die im Jahr1920 durch eine demokratische Volksabstimmung festgelegt wurde, noch heute.